Rundum gut versichert

/
2 Minuten Lesezeit

Wer aktiv ist, sich viel bewegt oder Sport macht, der trägt auch immer das Risiko, sich zu verletzen. Im Alter nimmt dieses Risiko sogar noch zu. Etwa neun Millionen Unfälle gibt es in Deutschland jedes Jahr. Grund genug, sich einmal mit dem Thema private Unfallversicherung zu beschäftigen. Für wen macht sie Sinn und für wen nicht?

Von Silke Sevecke

Bevor Sie sich für oder gegen eine private Unfallversicherung entscheiden, betrachten Sie ganz in Ruhe Ihre Ausgangslage. Sind Sie Arbeitnehmer, haben Sie automatisch eine gesetzliche Unfallversicherung, die alle Unfälle auf dem Weg von und zur Arbeitsstelle sowie während der Arbeitszeit abdeckt. Eine zusätzliche Unfallversicherung verbessert Ihren Schutz während der Arbeit nicht. Unfälle in der Freizeit sind allerdings nicht abgedeckt. Selbstständige, Menschen ohne Beruf und Rentner sind nicht gesetzlich unfallversichert. Hier kann der Abschluss einer privaten Unfallversicherung sinnvoll sein.

WAS LEISTET EINE PRIVATE UNFALLVERSICHERUNG?

Die wichtigste Leistung einer Unfallversicherung ist die Zahlung der sogenannten Invaliditätsleistung. Dies ist ein einmaliger Geldbetrag, dessen Höhe vom Invaliditätsgrad und der vereinbarten Versicherungssumme abhängt. Wer durch einen Unfall auf einem Auge erblindet, hat einen Invaliditätsgrad von 50 % und erhält entsprechend 50 % der Versicherungssumme.
Voraussetzung für die Auszahlung ist eine „dauerhafte Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Leistungsfähigkeit“. Dafür müssen die Unfallfolgen voraussichtlich länger als drei Jahre bestehen bleiben, ohne dass eine Besserung zu erwarten ist.

 Ein Unfall liegt vor, wenn der Versicherte durch ein plötzlich von außen auf seinen Körper wirkendes Ereignis unfreiwillig eine Gesundheitsschädigung erleidet.
Ein Unfall liegt vor, wenn der Versicherte durch ein plötzlich von außen auf seinen Körper wirkendes Ereignis unfreiwillig eine Gesundheitsschädigung erleidet.

ZUSÄTZLICHER SCHUTZ IN DER FREIZEIT

Haben Sie ein besonders unfallträchtiges Hobby wie beispielsweise Mountainbiking oder Skifahren, kann der Abschluss einer privaten Unfallversicherung zusätzlich zur gesetzlichen vernünftig sein, da Unfälle in der Freizeit hier ausgeschlossen sind. Über 70 % aller Unfälle
passieren aber in der Freizeit: beim Ausüben der Lieblingssportart, beim Spaziergang mit dem Hund oder bei der Hausarbeit. Allerding ist nicht alles, was uns wehtut und eine Zeit lang außer Gefecht setzt, für die Versicherungen ein Unfall.
Das bedeutet, dass ein gerissenes Band durch einen unbedachten Schritt beim Joggen oder Spazierengehen nicht als Unfall bewertet wird und also auch keine Versicherungsleistungen ausgezahlt werden. Schädigungen durch Dauerbelastungen im Sport stellen ebenfalls keinen Unfall dar. Hier sollten Sie also überlegen, wie hoch Ihr Risiko ist, so zu verunfallen, dass die Versicherung auch tatsächlich greift. Die Kosten für die medizinische Versorgung bei einem Unfall oder einer anderen Verletzung übernimmt in Deutschland selbstverständlich Ihre gesetzliche oder private Krankenversicherung. Auch Reha-Maßnahmen werden von der Krankenkasse bezahlt.

ALTERNATIVEN ABWÄGEN

Gegebenenfalls können andere Versicherungen wie z. B. eine Berufsunfähigkeitsversicherung oder eine Krankentagegeldversicherung für Sie sinnvoller sein. Das liegt auch daran, dass mit einer Unfallversicherung die Folgen von Krankheiten nicht abgedeckt sind. Diese sind aber in
mehr als 90 % aller Fälle der Grund für eine Berufsunfähigkeit und insgesamt viel häufiger als Unfälle.

AUF DIE DETAILS KOMMT ES AN

Wenn Sie sich für eine private Unfallversicherung entscheiden, achten Sie darauf, dass Ihre Risiken auch wirklich mit dem Vertrag abgedeckt sind. Motorsport sowie der gesamte Bereich des Berufssports sind grundsätzlich ausgeschlossen. Hier müssen gesonderte Verträge abgeschlossen werden. Extremsportarten wie Fallschirmspringen oder Canyoning sind – für viele überraschend – hingegen mitversichert. Wer gern Ski fährt oder wandert, sollte sicherstellen, dass Kosten für Such-, Rettungs- oder Bergungseinsätze versichert sind. Für unfallbedingte kosmetische Operationen sollte der Vertrag ebenfalls greifen. In vielen Angeboten ist automatisch das Todesfallrisiko eingeschlossen. Dies gilt natürlich nur, wenn der Versicherte durch einen Unfall zu Tode kommt. Wer für seine Angehörigen im Todesfall vorsorgen möchte, der sollte hierfür eher eine Risikolebensversicherung erwägen. Auch auf weitere Zusatzleistungen wie Krankentagegeld sollten Sie verzichten und stattdessen eine entsprechende Versicherung gesondert abschließen: Dann erhalten Sie Leistungen nicht nur nach einem Unfall, sondern auch bei Krankheit.

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Vorheriger Beitrag

Gesunde Knochen und Gelenke ein Leben lang

Nächster Beitrag

Auf die Einstellung kommt es an – nicht aufs Alter! Mit Gewinnspiel.

Latest from Allgemein